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Vorwort

Diese Auto hat eine eigene Website.
Denn es ist kein so ganz gewöhnlicher R19: seit er vom Band lief, ist er im Schnitt jedes Lebensjahr
1.540 Kilometer
bewegt worden. In echt! Und glaubhaft belegbar.
Bis zum Jahr 2015 sah es sogar noch _dramatischer_ aus. Da hatte er (bei uns in der Familie hat "ER" den Namen Renè bekommen - ich weiß, trivial, aber irgendwie auch extrem passend) sogar UNTER 1.000 Kilometer im Schnitt pro Jahr geschafft.
Das macht man sonst mal eben mit einer Urlaubstour.
Dann wurde bei 22.000 Kilometern der Zahnriemen gewechselt. Prophylaktisch, denn Gummi altert mit der Zeit.

Im gleichen Jahr wechselte der Halter des Fahrzeuges innerhalb der Besitzerfamilie von Opa auf Tochter (oder Enkelin?). Diese schaffte es dann, den Wagen richtig zu benutzen und in knapp zwei Jahren die gelaufenen Kilometer auf 38.000 fast zu verdoppeln. Leider - für das Auto - und super - für mich - wurde diese Mensch-Auto Beziehung mit einem kleinen Rempler vorn rechts und der Aussicht auf ein anderes, neueres Auto für Tochter (oder Enkelin?) beendet.

Dieses Auto, was da oben auf dem Bild in der Sonne glänzt und sich eindeutig dabei wohlfühlt, sollte mit einem Kilometerstand von 38.000 verschrottet werden.
Die Welt ist manchmal seltsam. Und bekloppt.

Vorgeschichte

Ich fahre diese Autos seit ziemlich genau 20 Jahren. Angefangen hat es mit insgesamt drei Renault 19 Cabriolets. Diese haben mich davon über viele Jahre davon überzeugt, dass ein Renault 19 ein geradezu  unverschämt zuverlässiges, einfach zu wartendes und angenehm zu fahrendes KFZ ist.


Aufgrund der positiven Erfahrung mit der Baureihe kam ich 2011 zu dem Entschluss, zusätzlich zum Cabrio noch einen zweiten Renault 19 als Alltags- und Stadtauto anzuschaffen. Nur kurze Zeit später saß ich im Zug nach Parchim, um dort als "Katze im Sack" eine schwarzen Fünftüre mit sagenhaften 58 PS zu kaufen.

Zu wenig Leistung? Nein, auf gar keinen Fall. Denn immerhin handelt es sich um ein - für seine Größe - extrem leichtes Auto mit gerade 980 Kilogramm.
Ein Vergleich: der aktuelle Clio IV braucht bei deutlich kleinerem Innen- und Kofferraum einen 73 PS Motor, um die gleichen Fahrleistungen zu erreichen (ca. 14,5s 0-100 km/h, ca. 165 km/ max). Der R19 mit 73 PS ist aber von Null auf Einhundert Kilometer pro Stunde fast 2,5 Sekunden schneller.
Das sind alles keine Rennautos, aber diese Daten zeigen einen der Gründe, warum ich diese Autos, die Mitte der Achtziger bis Anfang der Neunziger Jahre entwickelt wurden, fast allen späteren Modellen vorziehe: die Autos sind bei gleicher Leistung dynamischer, direkter, "sportlicher".
Andere Gründe: mehr Platz bei gleichen oder gar kleineren Außenmaßen, bessere Sicht (mehr Fensterfläche), besser zu warten. Und mehr.

Der Neue, wir nannten ihn "Jochen", machte sich eigentlich sehr gut. Für mich das perfekte Alltagsauto.
Aber leider wurde er von seinen Vorbesitzern nicht geliebt. Er war trotz bester Substanz - nur 80.000 Kilometer, quasi kein Rost) sehr schlecht gepflegt. Es Mauerte monate, bis ich den brandenbrugischen Sand aus allen Ritzen hatte. Und das Auto hatte einen monströsen Wartungsstau.

Trotz all meiner Pflege bahnte sich nach zwei Jahren ein Motorschaden an. Die Zylinderkopfdichtung war ziemlich durch. Dafür muss man bei diesen Renaults schon sehr viel Pech haben, das ist kein gängiges Problem. Aber ein typisches für verheizte Autos.
Das war mir dann zuviel. Das Auto ging nach Afrika.

Als Nachfolger für den Alltag und Upgrade im Hinblick auf unseren Nachwuchs kam dann ein Dacia Logan MCV (Hochdachkombi), in dem noch viel der R19 Technik steckt. Zusätzlich hatten wir noch das Cabrio.
Aber nur bis zum Herbst 2017. Dann wurde es leider als Kollateralschaden ein Opfer einer Brandstiftung.

Als Folge dieses Verlustes schaute ich mich sofort nach einem Ersatz um. Es sollte eigentlich ein Cabrio sein - aber dann fand ich eine Anzeige im Internet, die fast nach einem Hilferuf "klang".
Angeboten wurde ein renault 19 mit nur 38.000 Kilometern, eingen kleinen Mängeln und einem leichten Frontschaden. Und wenn sich nicht bald jemand findet, kommt er in die Presse...
Ich sah mir das Auto an, hatte Mitleid und rettete es. Und da sind wir nun.

Substanz außen

Das Auto hat quasi keinen Rost. "Quasi", weil es natürlich leichten Flugrost an einigen Bauteilen hat, die nicht zur Karosserie gehören und keinen Rostschutz tragen. An diesen ist Flugrost normal und unproblematisch. Dazu gehören die Hinterachse, der Benzinfilter und andere Teile.
Die Blechteile sind rostfrei. Einige Bilder von normalerweise kritischen Stellen hier, mehr in der Galerie (link unten). Für einige Bilder wurden sogar die Schweller-Verkleidungen abgebaut.


Beim letzten Putzen vielen mir zwei winzige (Durchmesser 5 mm) Stellen im Blech auf, wo wahrscheinlich durch Lackbeschädigung ein leichtes "Blühen" beginnt. Hier eine Stelle unten im Bild.

Der Lack ist für das Alter überraschend fit. Aber natürlich mit etlichen kleineren Kratzern. Das Dach ist etwas stumpf, wird aber in den nächsten Tagen poliert.
Der Kotflügel vorn rechts, die vordere Stoßstange und der Frontgrill waren durch die Vorbesitzerin mittels eines Parkremplers verbeult und verkratzt. Diese, sowie die hintere Stoßstange und beide Außenspiegel wurden in "guter Hobbyqualität" semiprofessionell lackiert. Also nicht so perfekt wie vom Lackierer, aber mit Grundierung, Wasserlack und 2K-Decklack, siehe Bilder. Der Lack ist nach originalem Code angemischt, aber nicht durch 26 Jahre Sonne gereift. Deshalb wirkt vor allem der Kotfügel etwas kühler und einen Hauch dunkler als der Rest. Sieht man, wenn man darauf achtet. Es ging erstmal darum, dass das Auto vernünftig dasteht und solide geschützt ist.

Die schwarzen Kunstoffflächen am ganzen Auto wurden komplett professionell aufgearbeitet, also große Macken gespachtelt und geschliffen, grundiert, lackiert. Diese Teile sind optisch neuwertig, genau wie beide Stoßfänger. Drei Türgriffe werden gerade noch gemacht, einer ist schon.


Am vorderen linken Kotflügel ist noch eine Macke durch einen anderen Parkplatzrempler. Aktuell nicht rostgefährdet.

Die Windschutzscheibe hat zwei winzige Steinschläge und ist natürlich nicht mehr taufrisch. Für den TÜV war es kein Problem.

Substanz innen

Der Innenraum ist unfassbar gut erhalten. Es ist nicht einmal ein Hauch von Abrieb an der äußeren Wange des Fahrersitzes. Alle Stoffe sind flauschig und nahezu fleckenfrei. Kaum Nutzungsspuren am Kunststoff.
Es ist original das seltene 16V-Lenkrad verbaut, mit Teilleder. Das Schiebedach aus Glas funktioniert einwandfrei. Der Wagen hat ringsrum Fensterkurbeln. Original keine Zentralverriegelung, die habe ich zumindest erstmal für die vorderen Türen mit Originalteilen nachgerüstet (Kabelbäume in den Türen verbaut, Schlösser auf ZV umgerüstet, Schalter nachgerüstet). Aufrüstung hinten und Kofferraum ist möglich, aber recht aufwendig. Die Kabelbäume dafür habe ich bereits.

Ich habe das originale Radio wieder eingebaut, aber auf ISO umgerüstet. So kann es durch ein System wie ein Parrot MKI9100 oder MKI9200 um Funtionen wie bestes Freisprechen, Musik hören von USB Stick oder per Bluetooth vom Smartphone erweitert werden. Man kann natürlich auch jedes andere Radio einbauen.
Das vorhanden Philips "Weser" funktioniert einwandfrei, die Displaybeleuchtung scheint rechts schwach zu sein. Leider fehlt momentan noch eine seitliche Abdeckung.
Aber es ist sogar die magnetische Sichtblende noch vorhanden!
Lautsprecher sind aktuell nur die originalen (!) im Armaturenbrett vorhanden.


Das Auto hat keine Wegfahrsperre - was gut ist. Auch sonst keinen elektrischen Schnickschnack außer dem Hub- und Schiebedach.

Fahrwerk und Unterboden

Aktuell werden Teile des Fahrwerks überholt. Beide Dreieckslenker samt Traggelenken, Spurstangenköpfen und allen zugehörigen Gummilagern werden erneuert. Auch hier gilt, das diese Teile auch bei geringer Nutzung durch das Alter verschleißen. Außerdem wird die Radnabe links inklusive Radlager ersetzt.
Die Bremsen sind topfit, das Fahrwerk ist okay. Als 73 PS Version hat dieses Auto die einfachere, sprich deutlich weichere Hinterachse als die stärkeren Modelle. Das Auto fährt sehr sicher, aber an die französische Kurvenneigung muss man sich gewöhnen. Es sind noch die Original Stoßdämpfer verbaut! Mit strafferen Gasdruck-Dämpfern kann man die Achse schon deutlich "stabilisieren". Darüber hinaus lässt sich das Auto sehr leicht mit einer stärkeren (vier Drehstäbe statt zwei) Hinterachse wesentlich sportlicher abstimmen. So eine Achse habe ich zum Aufarbeiten liegen.
Auspuffanlage ist super, nur etwas Rost am Endrohr. Und Flugrost an der Achse, aber das geht nicht anders.
Sonst sieht der unterboden auch an den Falzen hervorragend aus, der bitumen-unterbodenschutz blättert nicht ab und ist noch nicht spröde. Das Auto dürfte im Winter fast nicht gefahren sein.

Antrieb

Der Motor ist ein nahezu unzerstörbarer 1.8er Panzer mit 73 PS. Damit fährt sich das Auto im unteren Drehzahlbereich sehr sportlich, obenrum haben dann die 90 PSer noch mehr Saft. Der Motor ist in sehr gutem Zustand.
Einziges kleines Problem ist der Kühlkreislauf. Oder eigentlich nicht, sondern der falsche Umgang damit.
Eigentlich bestehen halbwegs moderne Motoren - wie auch der hier verbaute Renault F3N - komplett aus nicht rostendem Metall. Nur hat dieser hier ein paar sogenannte "Froststopfen". Diese sind aus - Stahl.
Kühler-Frostschutzmittel für moderne Motoren schützen kaum vor klassischem Rost. Solche Mittel werden leider aber auch meist bei diesen Motoren eingesetzt und keine klassischen Mittel wie Glysantin. Doch nur diese klassischen, silikathaltigen Mittel bieten auf Grauguss etc. einen schnellen und kompletten Rostschutz. Nachteil ist, dass sie regelmäßig gewechselt werden müssen.

Momentan ist die Kühlflüssigkeit die berühmte braune Suppe. Ich werde den Kühlkreislauf demnächst spülen, entrosten und neu befüllen. Er funktioniert zwar momentan einwandfrei, aber das soll er auch in Zukunft noch machen.
Im Anschluss wird der Motorraum etwas aufgehübscht.

Ansonsten gibt es zum Antrieb nur zu sagen, dass alles wunderbar funktioniert. Der teure Wechsel des Zahnriemens ist gerade einmal 18.000 Kilometer her, der hält noch sehr lange. Schaltung/Getriebe arbeiten perfekt. Öl- und Filterwechsel ist frisch.

Allgemeinzustand

Das Auto wirkt insgesamt wie ein vier oder fünf Jahren altes und wenig gefahrenes. Der Innenraum und die Karrosse sind fit. Kupplung und Bremse kommen früh und fest, typisch für fabrikneue Autos aus dieser Zeit.
Es ist nichts abgenutzt oder ausgelutscht und nichts fühlt sich nach altem Auto an.

Ausblick/Optionen

Im Groben bin ich momentan - September 2018 - mit dem Auto für die nächsten Jahre durch. Es ist in einem hervorragenden Zustand.
So, wie es ist, wird es in gut drei Jahren problemlos als Oldtimer anerkannt und bekommt das H-Kennzeichen.

Um PERFEKTION zu ereichen und einen Renault 19 in absolut neuwertigem Originalzustand zu haben, müsste er in den nächsten Jahren oberflächlich komplett neu lackiert werden (außen). Das ist aber kosmetisch.
Trotz des guten Zustandes sollte ebenfalls in diesem Zeitraum der Unterboden vom alten Schutz befreit und neu versiegelt werden. Das ist für ein langes Weiterbestehen des Fahrzeugs auch notwendig. Und die Beule am linken vorderen Kotflpgel sollte gemacht werden.

Optionen:
- Fahrwerk umrüsten auf Vierstab-Hinterachse, leicht verkürzte Federn vorn, neue Gasdruck-Dämpfer, eventuell Domlager (Stützlager) erneuern,
- originale Kabelbäume im Auto rechts und links verlegen, Türkabelbäume hinten einbauen, ZV und Innenlichtschalter hinten nachrüsten,
- Windschutzscheibe wechseln.

Hier geht es zur kompletten Galerie.